Im August 1981 besuchte Mipham Chökyi Lodrö, Seine Heiligkeit der 14. Künzik Shamarpa, zum ersten Mal Dhagpo Kagyu Ling. Er blieb mehrere Wochen, um essentielle Belehrungen der Linie zu geben,die vom 3. und 9. Karmapa wurden. : dazu gehören die ‘ Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit’ und ‘den Dharmakaya offenbaren’ . Dies war der erste von vielen Besuchen Shamarpas, um den Dharma zu lehren und Dhagpo den Segen der Linie zu geben.
Shamarpa lehrte den Text ‘Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit’ von Rangjung Dorje, dem 3. Karmapa
1978 nannte Rangjung Rigpe Dorje, Seine Heiligkeit der 16. Gyalwa Karmapa, seinen europäischen Studierenden die fünf Voraussetzungen, die für eine neue und dauerhafte Etablierung des Dharma notwendig sind: Anlaufstellen oder Zugangspunkte zu Buddhas Dharma, Institute, um das eigene Wissen zu vertiefen, Bibliotheken, um das Lernen zu unterstützen, Rückzugsorte, um die eigene Meditation zu vertiefen, und Lebensorte, um sein Leben den vorgenannten Punkten zu widmen.
In diesem Zusammenhang äußerte er, dass es für Studierende der Karma-Kagyü-Linie wichtig sei, mindestens 3 Abhandlungen zu studieren: Der kostbare Schmuck der Befreiung (tib. དམ་ཆོས་ཡིད་བཞིན་གྱི་ནོར་བུ་ཐར་པ་རིན་པོ་ཆེའི་རྒྱན།) von Gampopa, Die tiefgründige innere Bedeutung (ཟབ་མོ་ནང་དོན།) von Rangjung Dorje, dem 3. Gyalwa Karmapa und Die Abhandlung über die höchste Kontinuität (tib. རྒྱུད་བླ་མ།) von Maitreya.
Um sich mit diesen drei wesentlichen Abhandlungen vertraut zu machen, ist es zunächst notwendig, ein grundlegendes Wissen zu haben. Anfang der 2000er Jahre systematisierte Künzik Shamarpa ein Lehrprogramm, das es westlichen Menschen ermöglicht, sich in der Fülle, Weite und Tiefe der Lehren von Buddha Shakyamuni zurechtzufinden. Er wählte die Themen aus, die gelernt und die Praktiken, die angewendet werden sollten. Zu diesen Themen gehören die Skandhas, die Ayatanas, das Entstehen in Abhängigkeit, die vier Edlen Wahrheiten, die Handlungen – Ursache und Wirkung, die Essenz von Tathagatha-oder Buddha-Natur, die Funktionsweise des objektbezogenen Wissens/Bewusstsein (tib. རྣམ་ཤེས།) und des ursprünglichen Wissens/ursprünglicher Weisheit (tib. ཡེ་ཤེས།) usw.
Für seine erste Unterweisung in Dhagpo Kagyü Ling im August 1981, wählte Shamarpa ‘Namsche Yeshe’ (tib. རྣམ་ཤེས་ཡེ་ཤེས་འབྱེད་པའི་བསྟན་བཅོས།), die Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit, die von Rangjung Dorje, dem 3. Gyalwa Karmapa, verfasst wurde.
Bei dieser Gelegenheit sagte er:
Die Frage nach dem Ursprung des Kreislaufs von Leid, Glück und Gleichgültigkeit des Menschen und der Welt hat viele Antworten und ebenso viele Meinungen und philosophische und religiöse Systeme hervorgebracht. Zunächst einmal gibt es diejenigen, für die sich die Frage gar nicht stellt oder die keine Meinung über ihre Existenz haben. Von der Vielzahl der Systeme, die Antworten angeboten haben, werden wir uns besonders mit den indischen Systemen beschäftigen, von denen wir exemplarisch die bedeutendsten untersuchen werden, die die Vorlage für das sind, was man mehr oder weniger überall findet.
[…] Alle buddhistischen philosophischen Systeme erkennen einstimmig die leidvollen Verdunkelungen als die Wurzel des Kreislaufs der Existenzen und die Meditationspraxis als Mittel zur Befriedung dieser leidvollen Verdunkelungen an. Auf dieser gemeinsamen Grundlage haben sich vier philosophische Systeme entwickelt, die zu unterschiedlichen Ebenen der Verwirklichung führen: vaibhasika, sautrantika, cittamatra und madhyamaka.
Dhongtsang Shabdrung Rinpoche, ein herausragender Lehrer der Sakya-Schule des tibetischen Buddhismus, der uns auf Wunsch Shamarpas jedes Jahr mit seinen Belehrungen beehrt, erklärt den Titel dieser Abhandlung. Er stützt sich hauptsächlich auf die Erläuterungen von Lodrö Thaye, dem 1. Jamgön Kongtrul, Erläuterungen zur Klärung des Verständnisses der Bedeutung der Worte der Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit, ein Schmuckstück des Denkens von Rangjung (tib རྣམ་པར་ཤེས་པ་དང་ཡེ་ཤེས་འབྱེད་པའི་བསྟན་བཅོས་ཀྱི་ཚིག་དོན་གོ་གསལ་དུ་འགྲེལ་པ་རང་བྱུང་དགོངས་པའི་རྒྱན་ཅེས་བྱ་བ་བཞུགས་སོ།) :
Diese Abhandlung hilft, den Unterschied zwischen objektbezogenem Wissen, das manchmal auch als Bewusstsein übersetzt wird, und ursprünglicher Weisheit zu erkennen.
Kurz gesagt ist objektgerichtetes Wissen verwirrtes Wissen oder mit leidvoller Verdunkelung verbundenes Wissen. Das verwirrte Wissen ist die Summe der acht objektorientierten Erkenntnisbereiche. Sie zusammen sind der Ursprung der drei Bereiche und die Ursache für unser Umherirren in Samsara.
Ursprüngliche Weisheit ist ein Wissen, das frei von Verwirrung ist. Es ist die Weisheit der Buddhas.
Da objektbezogenes oder verwirrtes Wissen die Ursache der drei Bereiche von Samsara ist und ursprüngliche Weisheit die Quelle von Nirvana, zeigen wir durch die Darstellung dieser beiden Arten von Wissen alle Phänomene von Samsara und Nirvana auf.
Zweitens, kurz gesagt, bezieht sich der Ausdruck „Unterscheidung“ im Titel auf die Tatsache, dass beide, objektorientiertes Wissen und primordiales Wissen, eine gemeinsame Basis haben. Trotzdem ist ihre Art der Erkenntnis völlig verschieden. Was unterschieden werden soll, ist also ihre Erkenntnisweise oder ihre Art, Phänomene zu erkennen.
Schließlich ist von einer ‚Abhandlung‘ (tib. bstan bcos) die Rede. Eine Abhandlung hat zwei Qualitäten oder Merkmale: zum einen transformiert sie die leidvollen Verdunkelungen, die in unserer Kontinuität vorhanden sind. Zum anderen schützt sie vor dem Leiden in den drei Bereichen des Samsara.
Lodrö Thayé,der 1. Jamgön Kongtrul, würdigt in seinen Erläuterungen zur Klärung des Verständnisses der Bedeutung der Worte der Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit, Rangjung Dorje, den 3. Gyalwa Karmapa, mit folgenden Worten:
Weil er die Soheit aller Phänomene wahrnimmt, die frei von Verdunkelungen ist, hat er die Weisheit eines Buddha.
Da er sich als Nirmanakaya von Lokeshvara manifestiert hat, ist seine erwachte Aktivität, die die Lehre des Muni wie die Sonne leuchten lässt, an allen drei Orten ohne Gleichen.
Dhongtsang Shabdrung Rinpoche erklärte:
Die Weisheit oder Allwissenheit eines Buddha ist zweifach: zum einen [besitzt er] die Weisheit, die die Phänomene kennt, wie sie sind und zum anderen die Weisheit, die die Phänomene kennt, wie sie erscheinen. Wenn es heißt, dass der Karmapa die Soheit aller Phänomene wahrnimmt, bedeutet dies, dass er die Phänomene so kennt, wie sie sind.
Der Karmapa hat sich als Nirmanakaya von Lokeshvara (Sanskrit-Begriff für Tschenresi) manifestiert. Ein Buddha ist mit drei Kayas ausgestattet: dem Dharmakaya oder Wahrheitskörper, dem Sambhogakaya oder Freudenkörper und dem Nirmanakaya oder Ausstrahlungskörper. Tschenresi ist ein Sambhogakaya. Der Nirmanakaya erscheint aus dem Sambhogakaya.
Der 3. Karmapa ist ein Ausstrahlungskörper von Tschenresi. Er manifestierte sich als Mensch zum Wohle aller Wesen, um die Lehren des Buddha zu erklären.
Unter den verschiedenen Arten von Ausstrahlungskörpern gibt es eine besondere Art, die als „höchster Ausstrahlungskörper“ bezeichnet wird. Der Karmapa ist ein solcher.
Er hat sich so manifestiert, um die Lehre des Buddha wie die Sonne erstrahlen zu lassen. Seine erleuchtete Aktivität, die Worte des Buddha zu veranschaulichen, ist an allen drei Orten (unter der Erde, auf der Erde und in der Luft) grenzenlos und ohne Gleichen. Sie ist vergleichbar mit der Aktivität aller Buddhas.
Der Kommentar schließt mit den Worten:
Diese in wenigen Worten gehaltene Abhandlung von tiefem Sinn, verfasst von Rangjung Dorje, dem Allwissenden, dem Siegreichen, ist in drei Teile gegliedert.
Tatsächlich gliedert sich der Hauptteil des Werkes nach dem prägnanten Schema, wie es sich aus dem Kommentar zum 1. Jamgön Kongtrul ergibt, wie folgt:
1- Die Einleitung in drei Teilen:
1.1. Die Erklärung des Titels der Abhandlung
1.2. Die Hommage
1.3. Das Versprechen der Erstellung
2- Die Bedeutung des Textes in drei Teilen
2.1. Die Erklärung von Bewusstsein in vier Teilen:
2.1.1. Die Erklärung der Tatsache, dass die Wurzel der Verwirrung und der Abwesenheit von Verwirrung der Geist selbst ist, in drei Teilen.
2.1.2. Die Feststellung, dass die Erscheinungen der Geist selbst sind, in vier Teilen
2.1.3. Die Darlegung des ungeborenen Geistes, in zwei Teilen
2.1.4. Die Erklärung, dass die Ursachen und Bedingungen der Verwirrung die Gruppe der acht objektorientierten Erkenntnisse sind, in zwei Teilen
2.2. Die Bedeutung des Textes, Teil 2: Die Erklärung der Weisheit der Zustandsänderung der Gruppe der Acht, ausgestattet mit den erwachten Körpern, in zwei Teilen :
2.2.1. Einführung in die allgemeine Bedeutung
2.2.2. Erklärung der Bedeutung des Textes als solche, in sechs Teilen:
2.2.2.1. Erklärung der Weisheit [ähnlich] dem Spiegel als Dharmakaya, in zwei Teilen
2.2.2.2. Erklärung der Weisheit der Gleichheit, ebenfalls in zwei Teilen
2.2.2.3. Erläuterung der unterscheidenden Weisheit, ebenfalls in zwei Teilen
2.2.2.4. Erklärung dieser beiden als Sambhogakaya
2.2.2.5. Erklärung der alles vollendenden Weisheit als Nirmanakaya, in zwei Teilen
2.2.2.6. Erklärung der Weisheit des Dharmadhatu als Svabhavikakaya, in zwei Teilen
2.3. Die Zusammenfassung der Bedeutung von jenen
3- Die Schlussfolgerung des Wurzeltextes, in drei Teilen:
3.1. Der Zweck der Erklärung dieses Textes
3.2. Das Streben nach der Verwirklichung desselben
3.3. Darstellung der Art und Weise, wie der Text verfasst wurde
Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit – verfasst 1335 in Tsurphu, dem historischen Sitz der Karmapas in Tibet – sowie Der innere und tiefe Sinn und Die Abhandlung, die Essenz von tathāgata zu enthüllen (tib. དེ་བཞིན་གཤེགས་པའི་སྙིང་པོ་བསྟན་པའི་བསྟན་བཅོས།) sind drei wichtige Abhandlungen der Karma-Kagyü-Linie, die von Rangjung Dorje, dem 3. Gyalwa Karmapa, verfasst wurden.
Der 14. Shamarpa erläuterte die Abhandlung über die Unterscheidung von Bewusstsein und ursprünglicher Weisheit und die Abhandlung mit dem Titel Die Essenz von tathāgata enthüllen im August 1981 bzw. 1988 in Dhagpo Kagyü Ling.
Heutzutage werden die Referenztexte und grundlegenden Thematiken weiterhin am Institut dargelegt und studiert.
Die Samen der Erklärungen werden weiterhin gesät, getragen vom Wind des Segens der herausragenden Lehrer der Karma Kagyü-Linie. Viele Samen, die nur darauf warten, zu reifen…
Shamarpa lehrt den Text Den Dharmakaya offenbaren von Wangchuk Dorje, dem 9. Gyalwa Karmapa
Wangchuk Dorje, der 9. Gyalwa Karmapa (1556-1603), schrieb verschiedene Kommentare zum Vinaya, zur Prajñaparamita, zum Madhyamaka und zu Vasubandhus Abhidharmakosha (der unter anderem am Institut von Dhagpo Kagyu Ling studiert wurde). Seine drei Werke über Mahamudra, die oft als Mahamudra-Trilogie bezeichnet werden, sind die bekanntesten und bilden heute den Grundstein für die Erklärung zu Mahamudra in der Karma Kagyü-Linie.
Es handelt sich um:
- Der Ozean des wahren Sinnes ལྷན་ཅིག་སྐྱེས་སྦྱོར་གྱི་ཟབ་ ཁྲིད་ངེས་དོན་རྒྱ་མཚོའི་སྙིང་ པོ་ཕྲིན་ལས་འོད་འཕྲོ་བཞུགས་སོ།
- Das Dunkel der Unwissenheit beseitigen ཕྱག་རྒྱ་ཆེན་ པོ་མ་རིག་མུན་སེལ་ཞེས་བྱ་བཞུགས་སོ།
- Den Dharmakaya offenbaren ཕྱག་རྒྱ་ཆེན་པོ་ལྷན་ཅིག་སྐྱེས་ སྦྱོར་གྱི་ཁྲིད་ཟིན་ བྲིས་སྙིང་པོ་གསལ་བའི་སྒྲོན་མེ་ བདུད་རྩིའི་ཉིང་ཁུ་ཆོས་སྐུ་ མཛུབ་ཚུགས་སུ་ངོ་སྤྲོད་པ་བཞུགས་སོ།
Karmapa Wangchuk Dorje macht keine Angaben dazu, wann er diese drei Werke verfasst hat. Daher wissen wir nicht, in welcher Reihenfolge sie geschrieben wurden. Sie sind inhaltlich und strukturell ähnlich. Alle drei sind in nummerierte Abschnitte unterteilt, die als stufenweise Meditationseinheiten betrachtet werden. Alle drei Texte enthalten auch Anmerkungen, die sich speziell an Lehrer richten.
Die indischen Ursprünge der Mahamudra-Linie waren anfangs mündliche Unterweisungen. Mit der Zeit und dem Nachlassen des Eifers der Schüler, die sich für diese Praktiken engagierten, wurden die Unterweisungen systematisiert und schriftlich festgehalten. In der Kagyü-Tradition wurden sie vor allem zur Zeit des 9. Karmapa zu Papier gebracht
Der Ozean des wahren Sinnes ist der längste und ausführlichste Text der Trilogie. Er stellt den Pfad auf strukturierte Weise vor und geht dabei auf Folgendes ein:
– die allgemeinen (die vier Kontemplationen über die kostbare menschliche Existenz, Vergänglichkeit, Karma und die Nachteile des Samsara) und nicht besonderen vorbereitenden Mahamudra-Praktiken (Zuflucht und Erleuchtungsgeist, Vajrasattva-Meditation, Mandala-Darbringung und Guru-Yoga-Praxis),
– die vier Voraussetzungen für die Praxis von Mahamudra (Überdruss an Samsara – die Grundbedingung, einem Freund echter Tugend folgen – die Hauptbedingung, Gewissheit über den natürlichen Zustand des Dharmata – die sachliche Bedingung , Befreiung von Hoffnung und Furcht – die unmittelbare Bedingung).
– die Meditation der geistigen Ruhe
– die Meditation der höheren Sicht
– die Einführung in die Buddhanatur
Dieser Text richtet sich an Praktizierende mit einem soliden Fundament in Theorie und Praxis des Dharma, die sich einem qualifizierten Meditationslehrer anvertrauen. Im Vorwort des Textes weist Karmapa nachdrücklich auf die Bedingungen hin, die erfüllt sein müssen, um diesen Text zu erhalten und zu lehren und die durch das erforderliche Engagement gegenüber den Dharma-Beschützern besiegelt werden.
Traditionell wird dieser Text im Rahmen eines formellen Retreats gelehrt, bei dem der qualifizierte Lehrer eine Passage erklärt, die vom Meditierenden praktiziert wird. Der Meditierende berichtet dann dem Lehrer über seine Erfahrungen, der sein Verständnis beurteilt und entscheidet, ob er den nächsten Abschnitt erklären kann oder ob der Meditierende seine Meditation fortsetzen sollte, bevor er im Text fortfährt.
Das Dunkel der Unwissenheit beseitigen ist eine kürzere Version, die die gleichen Themen behandelt, aber weniger formell geschrieben ist als der vorherige Text (die Schriftquellen werden nicht angegeben). Wie Karmapa selbst im Vorwort schreibt:
Lama Rabjam Mawa Samten Künga bat mich eindringlich:
„Bitte lehren Sie [Mahamudra] mit dem Augenmerk auf mündlichen Anweisungen, die auf die Praxis ausgerichtet sind,
ohne Zitate oder ähnliches zu verwenden.”
Als Antwort, obwohl ich keine Erfahrung habe,
schrieb [ich] Mipham Chöwang, auch bekannt als Vajreshvara,
dies gewissenhaft während meiner Praxissitzungen im Haus von Zhoka Hor, in Übereinstimmung mit den Worten meines früheren Lamas.
Den Dharmakaya offenbaren, der Text, den Shamarpa 1981 in Dhagpo Kagyü Ling unterrichtete, ist der kürzeste Text der Trilogie. Er greift die gleichen Themen wie die beiden vorangegangenen Werke auf und ist in drei Kapitel gegliedert:
-
das 1. Kapitel erklärt die gemeinsamen und nicht gemeinsamen einleitenden Praktiken;
-
das 2. Kapitel behandelt die Praktiken der geistigen Ruhe und der höheren Vision;
-
das 3. Kapitel befasst sich damit, wie man die Praxis vertiefen und Zweifel zerstreuen kann
Auch wenn diese Texte heute übersetzt und in mehreren Sprachen erhältlich sind, warnt uns Karma Lodrö Chökyi Sengé, der 3. Jamgön Kongtrul Rinpoche, in Belehrungen, die er 1990 in Frankreich zu diesem Text gab, mit folgenden Worten:
Die Übertragung des Mahamudra erfolgt nicht durch ein intellektuelles Verständnis der buddhistischen Literatur.
Mahamudra ist eine mündliche Übertragung von Unterweisungen über Meditation, die innerhalb der Linie von Meister zu Schüler weitergegeben werden und beruht auf der Verwirklichung dieser Anweisungen.
Eine Übertragung setzt voraus, dass der Lama diese Unterweisungen selbst verwirklicht hat, damit er den Segen der Linie fehlerfrei weitergeben kann.
Aus diesem Grund ist die Mahamudra-Linie äußerst rein und segensreich – die Übertragung beruht auf der Verwirklichung.
Alle Unterweisungen über Meditation sind tiefgründig, sie sind keine bloßen Informationssammlungen.
Daher ist das alleinige Lesen dieser Werke in der Hoffnung, die Früchte des Mahamudra-Pfades zu ernten, nicht nur nicht ausreichend, sondern kann auch zu Missverständnissen führen. Die Unterweisungen beruhen auf der Begleitung durch einen qualifizierten Lehrer, der die Entwicklung des Meditierenden durch Austausch und Fragen Schritt für Schritt begleitet. Dieser qualifizierte Lehrer ist Träger des Segens der Linie, ein wesentlicher Faktor für die Aktualisierung dieser Praxis.
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Veranstaltung
Zur Würdigung dieses Ereignisses werden wir eine Unterweisung von Künzig Shamar Rinpoche im Bodhi Path Zentrum in Virginia (USA) übertragen.
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