Karmapas Botschaft zu den Überschwemmungen in Nepal und Tibet

27 Aug. 2026

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27. August 2026

Thaye Dorje, Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa, richtet anlässlich der aktuellen Überschwemmungen nahe der Grenze zwischen Nepal und Tibet folgende Botschaft an die Öffentlichkeit.

Liebe Dharma-Freunde,

mit großer Betroffenheit habe ich von den verheerenden Überschwemmungen und Schlammlawinen erfahren, die Gemeinden nahe der Grenze zwischen Nepal und Tibet heimgesucht haben.

Innerhalb kürzester Zeit wurden Häuser, Straßen, Brücken und Existenzgrundlagen mitgerissen. Viele Menschen haben ihr Leben verloren, noch viel mehr werden vermisst, und unzählige Familien wurden von ihren Angehörigen getrennt oder sind nun ohne Obdach und Grundversorgung. Das durch eine solche Katastrophe verursachte Leid betrifft nicht nur Menschen, sondern auch die vielen Tiere und anderen Lebewesen, die von der Zerstörung ihrer Lebensräume betroffen sind.

Ich kann mir die Unsicherheit, die Angst und das tiefe Gefühl des Verlusts kaum vorstellen, das die Betroffenen und die Familien der Vermissten derzeit durchleben müssen. Alles, was ich anbieten kann, sind mein Herz, meine Gebete und eine bescheidene Reflexion auf der Grundlage der Lehren des Buddha.

Nach diesen Lehren wird das Leben nicht durch einen absoluten Anfang oder ein absolutes Ende definiert. Es entfaltet sich kontinuierlich, in Abhängigkeit von Ursachen und Bedingungen. Körperliche Formen entstehen und vergehen; doch das bedeutet nicht, dass jegliche Verbindung, jeglicher Sinn oder jegliche Liebe verloren geht.

Wenn wir Menschen verlieren, die uns lieb und teuer sind, ist es nur natürlich, dass unsere Herzen schwer und aufgewühlt sind. Ihre körperliche Präsenz mag nicht mehr bei uns sein, doch die Liebe, die wir geteilt haben, der Sinn, den sie unserem Leben gegeben haben, und die Eigenschaften, die sie verkörperten, leben in uns weiter. Wir können sie ehren, indem wir diese Eigenschaften mit Mitgefühl, Mut und Fürsorge für andere weiterführen.

Meine Gebete und Gedanken sind bei all jenen, die von dieser Katastrophe betroffen sind: bei den Verstorbenen, den Vermissten, den Verletzten, den Hinterbliebenen und all jenen, die ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren haben.

Ich möchte auch meine tiefe Wertschätzung für die unermüdliche Arbeit der Rettungsteams, des medizinischen Personals, der Polizei, der Armeeangehörigen, der lokalen Gemeinschaften und der Freiwilligen zum Ausdruck bringen. Ihr Mut, ihr Mitgefühl und ihr selbstloser Einsatz spenden in dieser Zeit großer Not Halt und Hoffnung.

Ich bitte alle unsere Klöster, Zentren und Dharma-Freunde in Nepal, Tibet, Indien und auf der ganzen Welt, alle Betroffenen in ihren Herzen zu tragen. Bitte widmen Sie den Verdienst der Dharma-Praxis und der Gebete den Opfern dieser Katastrophe sowie all jenen, die sich für die Hilfe einsetzen.

Ich möchte alle, die in der Lage sind, materielle Hilfe zu leisten, dazu ermutigen, dies über vertrauenswürdige Hilfsorganisationen zu tun. Unabhängig davon, ob wir einen materiellen Beitrag leisten können oder nicht, können unsere Gebete und guten Wünsche Gutes bewirken.

Mögen alle Wesen frei von Leiden und den Ursachen des Leidens sein.

Mit Gebeten,
Thaye Dorje, Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa

Karmapa

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