Den Dharma studieren und im städtischen Zentrum zugänglich machen

30 Mai 2020

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Die städtischen Dhagpo-Zentren, die als Karma Teksoum Tcheuling (KTT) bezeichnet werden, entstanden bereits 1982. Die Aufgabe dieser Begegnungsstätten ist es, allen Interessierten, Neugierigen und Suchenden einen Zugang zu den Lehren Buddhas zu bieten. Diese städtischen Zentren bieten zudem einen Ort der Praxis in der Nähe des eigenenWohnortes, um das, was man in Dhagpo Kagyu Ling oder Dhagpo Kundreul Ling gelernt hat, weiterzuführen.

Jedes Jahr wird ein Programm zum Studium der Philosophie und der Meditationspraxis angeboten. Dieses Programm wird entsprechend den Bedürfnissen von jedem städtischen Dhagpo-Zentrum zusammengestellt, teilweise in direkter Absprache mit Lama Jigme Rinpoche. Es wird von qualifizierten Lehrern (oft aus der Diwakar-Akademie in Indien) geleitet und von langjährigen Praktizierenden(die ein traditionelles Drei-Jahres-Retreat absolviert haben) – für den Aspekt der Meditation – unterstützt, sowie von Studierenden des Instituts – für den philosophischen Aspekt.

Als Anlaufstellen für die buddhistische Lehre, ist es die Aufgabe der KTT Mitglieder, interessierte Neulinge zu empfangen und sie in die Grundlagen des Buddhismus einzuführen. Dies erfordert fundierte Kenntnisse des Buddhismus im Allgemeinen und der Karma-Kagyü-Linie im Besonderen. Vor einigen Jahren gab es zunächst ein Programm mit dem Titel „KTT-Lehrerausbildung“. Lama Jigme Rinpoche hat empfohlen, bestimmte Themen und Begriffe nun genauer zu behandeln. Um den KTT-Mitgliedern, die dies wünschen, die grundlegenden Begriffe des Buddhismus, seine Geschichte und seine verschiedenen Pfade zu vermitteln, wird ein zweiwöchiges Intensivprogramm in Dhagpo Kagyu Ling und Dhagpo Kundreul Ling angeboten, das auf der Wiedergabe einer Unterweisung von Khenpo Chödrak Rinpoche basiert.

Vom 27. Oktober bis zum 2. November 2025 kamen etwa zwanzig Mitglieder aus verschiedenen KTTs in Frankreich in Dhagpo Kundreul Ling zusammen, um die drei Aspekte der Praxis zu vertiefen: das Studium des Dharma, die Meditationspraxis und die aktive Teilnahme am Leben des Ortes.

So erhielten sie zusammen mit Studierenden des Dhagpo-Instituts eine Einführung in den Buddhismus sowie einen Überblick über die Geschichte des Buddhismus, die vor Ort anhand der Wandmalereien des Tempels veranschaulicht wurde. Tagsüber waren Gruppenstudienzeiten vorgesehen, ebenso wie gemeinsame Aktivitäten mit den Bewohnern (Hausarbeit, kleinere Arbeiten usw.). Am späten Nachmittag war ein Austausch mit verschiedenen Lehrenden geplant, die regelmäßig die KTT besuchen.

Um ihr gemeinsames Lernen nach dieser ersten Woche fortzusetzen und zu vertiefen, haben die begeisterten Studierenden Online-Lerngruppen gebildet.

Sie trafen sich zu einer zweiten Woche, die diesmal vom 13. bis 19. April 2026 in Dhagpo Kagyu Ling stattfand. Das Thema ihres Studiums waren die verschiedenen Fahrzeuge der buddhistischen Praxis. Die Studierenden hatten zudem Gelegenheit, Dhagpo und seine aktiven Mitglieder im Alltag kennenzulernen, indem sie an ihrer Seite in der Küche, in der Bibliothek, im Garten oder an anderen Orten mitarbeiteten.

Die Woche endete auf Wunsch der Studierenden mit einem Austausch mit Lama Jigme Rinpoche. Jigme Rinpoche würdigte ihr Engagement im Rahmen der KTT und erklärte:

Interessierte Menschen mit dem Dharma in Kontakt zu bringen, ist die eigentliche Tätigkeit eines Bodhisattvas wie Karmapa. Indem ihr dies tut, beteiligt ihr euch direkt an dieser Tätigkeit. Das ist etwas sehr Wichtiges. Es spielt keine Rolle, ob man ein kleines oder ein großes KTT ist, das Wesentliche ist, den Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich mit dem Dharma des Buddha zu verbinden.

Er wies auch darauf hin, dass diese Ausbildung für einen selbst und den eigenen Weg nützlich sei und dass man sie nicht als eine Ausbildung betrachten solle, die dazu diene, einen Status oder eine Position zu erlangen.

Dieses Programm wird jedes Jahr fortgesetzt. Alle, die sich dafür interessieren,sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

 

Erfahrungsberichte

Je fais partie du bureau d’un KTT, avec habituellement beaucoup d’activités, d’organisation.

Ich gehöre zum Vorstand eines KTT, wo normalerweise viel zu tun ist und viel organisiert werden muss.
Und diese Woche haben wir viel Zeit für die Praxis in Aktion, die Meditation und den Unterricht. Ich finde es gut, sich eine ganze Woche lang wirklich nur dem widmen zu können, nicht nach Hause zu gehen, ohne dass die alten Gewohnheiten wieder die Oberhand gewinnen. Man hat wirklich Zeit, einzutauchen und etwas tiefer einzusteigen. Der Rhythmus ist straff, aber die Zeit vergeht schnell.

Nach dem Unterricht nehmen wir zwei Stunden lang an der Aktivität teil und helfen in verschiedenen Bereichen mit. Mir persönlich gefällt das gut, weil man so den Ort und die Aktivitäten besser kennenlernt – ich kannte Dhagpo, aber nicht Kundreul Ling. Und außerdem lernt man so die Menschen kennen.

Nach dem Essen finden die Lerngruppen statt. Das ist interessant, weil wir gemeinsam wiederholen, was wir in den vergangenen Tagen oder am selben Tag behandelt haben.

Wir lesen gemeinsam noch einmal und alle teilen, was und wie sie etwas verstanden haben. Letztes Jahr gab es einen Referenten, der durch die Gruppen ging. Dieses Jahr sind wir auf uns allein gestellt. Dann kommen wir bei der nächsten Sitzung mit eventuellen Fragen zum Text zu den Referenten zurück. Dieser Austausch ist wirklich sehr bereichernd.

Auf diese Weise knüpfen wir auch Verbindungen zu den anderen Zentren und diese Verbindungen bleiben über die Zeit bestehen. Wenn man nach Dhagpo kommt, sucht man auch genau das: einen Einblick in das, was andere Gruppen in den KTTs tun und die Erkenntnis, dass die Schwierigkeiten, die wir haben, auch von anderen Gruppen geteilt werden – so fühlt man sich irgendwie weniger allein.

Mehrere Mitglieder des KTT nehmen auch an den Retreats des Tschenresi-Kurses teil, aber wir hatten noch keine Anleiter-ausbildung absolviert, daher fangen wir mit diesem neuen Konzept von vorne an.

Im Tschenresi-Zyklus haben wir die Aggregate studiert und jetzt ist es der Abhidharmakosa. Wir haben eine Studiengruppe zu diesen Themen. Wir haben durch die verschiedenen Unterweisungen viele Begriffe gelernt, aber wenn wir neue Leute empfangen, die uns Fragen stellen, trauen wir uns noch nicht so recht, mit Erklärungen loszulegen, da uns die Geschichte des Buddhismus noch nicht unbedingt ganz klar war.

Eigentlich ist es auch das, was wir hier gesucht haben: mehr Informationen zu bekommen, um die Begriffe durch ständiges Wiederholen zu verinnerlichen und uns danach sicherer zu fühlen, damit wir die Fragen der Menschen beantworten können, die zum KTT kommen.

Das Wiederholen, das erneute Hören der Dinge, manchmal auf unterschiedliche Weise, ermöglicht es uns nach und nach, die verschiedenen Begriffe zu verinnerlichen.

Nadège

Eigentlich schätze ich diese zweiwöchigen Studienphasen sehr. Die ersten Module, die es vor einigen Jahren gab, dauerten 15 Tage am Stück. Jetzt finden sie in zwei Etappen statt, jeweils eine Woche an zwei verschiedenen Orten. Ich persönlich finde das gut, denn so kann man die Orte besser kennenlernen und in einem angenehmen Umfeld lernen.

Der Wechsel zwischen Vorträgen, Meditation, dem Lernen in kleinen Gruppen und Aktivitäten ergänzt sich sehr gut. Durch Meditation und Studium lernt, vertieft und verinnerlicht man die Informationen. Und es ist eine Form der Umsetzung des Teilens: Man widmet Zeit, um das Leben am Ort zu unterstützen, sei es im Kloster Kundreul Ling oder in Dhagpo. Das ist auch notwendig, damit der Ort bestehen kann.

Ich hatte bereits Erläuterungen zu verschiedenen Texten erhalten. Aber hier handelt es sich um einen speziellen Unterricht eines Khenpo, der sehr geordnet und strukturiert vermittelt wird. Dieses Studium lässt weniger Raum für meine eigenen Interpretationen, wenn ich mich dem überlieferten Text auseinandersetze.

Während der Zeit des Austauschs geht es eher darum, zuzuhören, das Gelernte noch einmal aufzugreifen und unser Wissen zu vertiefen. Anschließend, in den Austauschrunden in den Gruppen, kommen wir darauf zurück, um unser Verständnis und unsere Lesarten zu vergleichen und noch einmal zu überdenken, denn eigentlich vergisst man schnell. Manchmal tauchen Fragen auf und die anderen liefern uns Antwortansätze. Und wenn wir keine Antwort finden, wenden wir uns wieder an die Referierenden, um Klarstellungen zu erhalten.
Das geschieht ohne Konkurrenz, ohne das Erreichen vordefinierter, bestimmter Ziele. Es entwickelt sich ganz natürlich.

Durch die Teilnahme an diesen Fortbildungswochen kann ich einerseits mein Wissen vertiefen und andererseits die Menschen, die zum KTT kommen, besser empfangen und ihnen die Inhalte – insbesondere die Geschichte des Buddhismus – treffender vermitteln.

Denn das sind Fragen, die ziemlich oft von Menschen gestellt werden, die das KTT neu entdecken. Diese Menschen kommen, um den Buddhismus kennenzulernen und fragen sich, was das ist. Oder sie kommen, um Meditation kennenzulernen, und fragen sich, in welchem Rahmen das stattfindet.

So kann man sich über diese Themen ein klares Bild machen und fundierte Informationen weitergeben.
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Frédéric

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